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| Im Sommer 2003 meldete ein Freund aus Bern, dass eine Freiberger-Stute Jahrg. 1991 zu verkaufen sei. Obwohl sie schon einen Zuchthengst gezeugt hatte, wurde jedes Fohlen bei jedem Jahrgang immer schwächer und schlechter. So war sie günstig zu erstehen, da sie für einen Züchter keinen Wert mehr besass. Ich ritt die Stute zur Probe und sie war sehr steif, "klebig" und konnte schlichtweg nichts, aber strahlte durch einen ganz lieben Charakter mit einem sehr angenehmen Temperament und war trotz ihrer nicht vorhandenen Gymnastizierung bequem zu sitzen. Ich fing an mit ihr zu arbeiten. Viel Stretching, Vorwärts-abwärts-Reiten und Zirkelarbeit stand auf dem Programm. Ich kam aber nicht darum herum, das ganze Pferd vom Osteopathen behandeln zu lassen. Nach einem Jahr Arbeit hatte es sich gelohnt und ich besass ein ganz liebes, geduldiges und gelehriges Schulpferd, das in der Zwischenzeit schon viele Anfänger getragen hat. Wenn man zu grob oder zu wenig genau ist, verweigert sie die Zusammenarbeit, sobald ein verwertbares Zeichen kommt, ist sie wieder voll dabei. Wenn man von seinen Anweisungen nicht überzeugt ist, trifft sie rigoros eigene Entscheidungen und man muss sich was einfallen lassen. Sie ist eine ganz liebe Pferdedame mit einem Super-Gleichgewicht und bequemen Gängen, die gerne ein guter Mitarbeiter ist, sich aber niemals zum Sklaven degradieren lässt. Sie hat Reitschüler schon sicher durchs Western-Brevet getragen. | ||||||||
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